Grafiken gestalten im Netz – Teil 5: Timelines erstellen mit Dipity


Nach einiger Zeit möchte ich nun mal wieder an meine Artikelreihe über Online-Tools zur Gestaltung von Grafiken anknüpfen. Bisher hatte ich mir Cacoo, Piktochart, Easel.ly und Infogr.am näher angesehen. Heute möchte ich Dipity vorstellen. Das Tool verfolgt genau einen Zweck: Daten und Informationen anhand einer Timeline darzustellen. Ideal ist dies natürlich beispielsweise bei historischen Themen, da diese einen linearen Ablauf besitzen. Für mein Beispiel greife ich mir daher die Geschichte der Stadt Rom heraus. Leider ist das Programm nur in einer englischen Version verfügbar.Bevor man Dipity nutzen kann, ist eine kurze Registrierung nötig. Diese kann über Anmeldung per Mail-Adresse erfolgen oder auch über Facebook-Login. Allerdings habe ich Letzteres dreimal versucht – ohne Erfolg. Die Registrierung per Mail war schnell und problemlos erledigt. Die Basis-Version des Tools ist kostenlos nutzbar. Allerdings ist der Nutzer dabei auf die Erstellung von maximal drei Timelines eingeschränkt. Dabei erlaubt sich das Tool erst einmal selbst eine Timeline für den Nutzer zu erstellen, in der sozusagen ein Nutzungstagebuch des programms angelegt werden könnte. An dieser Stelle aber gleich der Hinweis: Nicht mehr benötigte Timelines können gelöscht werden, so dass man dadurch auch wieder eine neue erstellen kann.

Nach der Registrierung kann man sofort loslegen. Mit einem Klick auf „Create a timeline“ kann man die ersten Grundeinstellungen vornehmen. Dipity-1

Neben einem Namen für die Timeline kann man hier auch eine kurze Beschreibung einfügen, ein Titelbild festlegen und bestimmen, für wen die Timeline sichtbar sein soll bzw. wer die Möglichkeit haben soll, daran mitzuarbeiten. Während der Erstellung und Bearbeitung kann die Timeline z.B. komplett auf privat geschaltet werden, so dass niemand diese einsehen kann. Für unterschiedliche Nutzergruppen (jeder / Nutzer, denen man auf Dipity folgt / per Mail-Adresse ausgewählte Personen) können unterschiedliche Rechte (lesen / kommentieren / bearbeiten) vergeben werden. Die Angaben können unter „Topic Settings“ jederzeit auch verändert werden.

Wichtig für eine optimale Darstellung ist die richtige Einstellung des Zooms der Timeline. Im Beispiel der Geschichte Roms, die sich über mehrere Jahrtausende erstreckt, habe ich 500 Jahre eingestellt (ebenfalls über die Settings möglich).

Dipity-2Nach diesen Schritten kann man umgehend mit der Erstellung erster Events in der Timeline starten. Dies kann über die Settings, aber auch über den Button „Add an event“ innerhalb der angezeigten Timeline geschehen. Der Klick auf den Button öffnet ein Eingabefenster, in das Text, Datum und Bilder/Videos eingefügt werden können. Aktuelle Daten können sehr einfach über das Anklicken im Kalender eingegeben werden. Ansonsten ist bei der manuellen Datumseingabe zu beachten, dass das englische Datumsformat (Monat, Tag, Jahr) verwendet werden muss. Will man Daten v. Chr. eingeben, fügt man an das Datum einfach BC an.

Bilder können vom eigenen Rechner hochgeladen werden. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, eine URL einzugeben, unter der das benötigte Bild zu finden ist.

Neben dem Titel des Ereignisses, das auch sofort in der Timeline sichtbar ist, kann ein längerer Beschreibungstext eingefügt werden. Dieser wird erst in der Detailansicht des jeweiligen Ereignisses angezeigt. Außerdem ist es möglich, zum Event einen Link, eine Ortsangabe und eine Video-URL hinzuzufügen. Bei den Videos kann nicht nur auf Filme bei Youtube oder Vimeo zurückgegriffen werden, auch Adressen von MP3- und FLV-Dateien können eingesetzt werden.

Dipity-3Hinweis zur Einbettung von Youtube-Videos: Zwar bietet Youtube unter „Teilen“ eine Adresse für das ausgewählte Video an, allerdings wurde dieses bei mir nicht dargestellt. Wählt man allerdings direkt die Adresse aus dem Brower (enthält „watch“), dann gibt es keine Probleme. Gibt es für einen Eintrag sowohl Bild wie auch Video, so wird das Bild in der Timeline angezeigt. Das Video kann nicht direkt in der Timeline abgespielt werden, sondern nur in der jeweiligen Detaildarstellung des Events (durch klick auf das Event zu erreichen). Soll ein Screenshot des Videos in der Timeline angezeigt werden, so fügt man erst das Video ein und speichert dann den Beitrag. Bei erneuter Bearbeitung wird das Video bereits als Screenshot bei der Bildangabe angezeigt und muss nur noch über „save“ bestätigt werden.

Dipity-4Ist man mit dem Ergebnis der Timeline schließlich zufrieden, kann diese über diverse Soziale Netzwerke geteilt (z.B. Facebook und Twitter) oder auch in die eigene Website oder den eigenen Blog eingebunden werden. Zum Teilen genügt das Klicken der entsprechenden Buttons. En Einbinden in einen bei WordPress direkt gehosteten Blog ist derzeit leider noch nicht möglich. Nutzt man WordPress auf dem eigenen Webspace, ist dies mit ein paar Anpassungen allerdings kein Problem. Eine entsprechende Anleitung findet sich hier: www.dipity.com/faq

Interessant: Man kann die Timeline auch automatisch durch andere Dienste befüllen. Dazu besteht innerhalb der Topic Settings die Möglichkeit nach Bildern, Videos und Beiträgen mittels Keyword auf anderen Plattformen, z.B. Flickr und Youtube, suchen zu lassen. Passende neue Beiträge werden dann in die Timeline eingearbeitet. Da die Suche allerdings maschinell ausgeführt wird, empfiehlt es sich, solche Einträge regelmäßig zu kontrollieren, denn es können auch themenfremde Beiträge in die Timeline geraten. Außerdem können beispielsweise aus dem eigenen Blog oder Twitter-Account automatisch neue Beiträge in die Timeline übernommen werden. Dies ist z.B. interessant, wenn man ein Twitter-Tagebuch anzeigen will. Um dies zu erreichen, reicht eine Eingabe des eigenen Benutzernamens des jeweiligen Mediums.

Fazit: Insgesamt ist Dipity ein durchaus interessantes Tool, das sehr einfach zu bedienen ist. Die Beschränkung auf drei Timelines in der kostenlosen Version und die Einschränkungen bei den Möglichkeiten, die Timeline in andere Medien einzubetten, führen aber wohl dazu, dass das Tool zumindest für Bloggern eher selten bzw. nur sehr punktuell nützlich ist.

 

 

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