Ein Spaziergang durch Rom


Letztes Jahr war ich im Oktober eine Woche lang in Rom unterwegs. Nachdem ich viele Jahre lang Latein gelernt habe, war es längst an der Zeit, den geschichtsträchtigen Ursprungsort dieser Sprache einmal kennen zu lernen. Ich möchte euch heute mitnehmen auf einen Spaziergang durch die Stadt und einige der Orte vorstellen, die mich besonders beeindruckt haben.

Das, was wohl kein Rom-Tourist je auslassen wird, ist das Forum Romanum. Es handelt sich um den einstigen Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen und gerichtlichen Lebens der Stadt. Noch längst sind nicht alle Geheimnisse der historischen Stätte aufgedeckt und so finden noch heute am Forum Romanum Ausgrabungen statt.

Die Curia (Bild 1), eines der besterhaltenen Bauwerke der Spätantike, war das zentrale Sitzungsgebäude des Senats. Auf der Via Sacra (Bild 2) liefen Triumphzüge und religiöse Prozessionen auf das Kapitol zu. An die Säulenhalle des Tempels des Antoninus und der Faustina (Bild 3) aus dem Jahr 141 n. Chr. schließt heute an die Kirche San Lorenzo in Miranda (1601) an. Seit dem 6. Jahrhundert dient der Tempel des Romulus (Bild 4) als Vestibül der Kirche Santi Cosma e Damiano. Die Basilika des Konstantin und Maxentius (Bild 5) wurde zwischen 308 und 312 n.Chr. errichtet. Der Titusbogen (Bild 6) wurde unter Kaiser Domitian zu Ehre der Siege seines Bruders Titus über Judäa errichtet. Neben Tempeln und Markthallen gab es am Forum auch zahlreiche Läden und Handwerksbetriebe (Bild 7), an die die Wohnungen der Besitzer angeschlossen waren. Die Grundfläche der Basilika des Konstantin und Maxentius (Bild 8) maß ca. 100 mal 65 Meter. das Gebäude war etwa 35 Meter hoch. Bereits um 46 v. Chr. wurde das Forum Romanum (Bild 9) für sie stetig wachsende Stadt zu klein. Caesar ließ daher in unmittelbarer Nähe ein weiteres Forum errichten.

Eines der bekanntesten Bauwerke in Rom ist das Kolosseum. Es wurde zwischen 72 und 80 n. Chr. errichtet und konnte über 55.000 Besucher aufnehmen. Mit Brot und Spielen hielt der Kaiser sein Volk ruhig. So kostete der Besuch des Kolosseum für römische Bürger keinen Eintritt. Familien verbrachten oft den ganzen Tag bei den Spielen, die meist aus Tier- und Gladiatorenkämpfen bestanden. Sogar Seeschlachten konnten zeitweise in dem flutbaren Kolosseum ausgetragen werden.

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Natürlich habe ich auch dem Vatikan einen Besuch abgestattet. In seinem Zentrum steht der Petersdom, an dem die größten Meister der Renaissance und des Barock über mehr als 100 Jahre arbeiteten. Die spektakuläre 136,5 Meter hohe Kuppel entwarf Michaelangelo.

Petersdom

Petersdom

Zum Vatikan gehört auch die Engelsburg, eine Befestigungsanlage, die ursprünglich von Kaiser Hadrian als Mausoleum erbaut worden war. Das Castel diente als Zitadelle und Gefängnis, in politisch unsicheren Zeiten aber auch als Zufluchtsort der Päpste, die hier besonders prachtvolle Gemächer einrichten ließen.

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Die Piazza del Popolo (Platz des Volkes) ist einer der größten Plätze in Rom. In der Mitte findet sich ein 3000 Jahre alter Obelisk, der ursprünglich unter Augustus nach der Eroberung Ägyptens im Circus Maximus aufgestellt worden war.

Die beiden Kirchen Santa Maria dei Miracoli und Santa Maria in Montesano (Bild 1 oben) sollten als Blickfang des Platzes symmetrisch angelegt sein, doch der linke Bauplatz war schmäler als der rechte. Der Baumeister Carlo Rainaldi löste das Problem, indem er die Kuppel der rechten Kirche oval anlegte. Von der Piazza aus gesehen wirken die beiden Kuppeln identisch.

An der Porta die Popolo (Bild 3 oben) erreichte die Via Flaminia, die 220 v. Chr. als Verbindung zwischen Rom und der adriatischen Küste gebaut wurde den Piazza de Popolo. Das Tor ließ im 16. Jahrhundert Papst Pius IV. Medici errichten und einem römischen Triumphbogen nachbilden.

Von der Piazza del Popolo kann man den Pincio-Park (Bild 4 oben) erreichen. Dieser wurde im frühen 19. Jahrhundert entworfen und war auch bei berühmten Rom-Besuchern wie Gandhi, Richard Strauss oder dem ägyptischen König Farouk sehr beliebt.

Ein weiterer Anziehungspunkt für die Touristenmassen ist die Spanische Treppe (Bild 1 unten). An ihrem Fuß auf dem Piazza di Spagna liegt die Fontana della Barcaccia (Bild 2 unten), ein Brunnen, der eine halbverfallene Barke darstellt.Oberhalb der Spanischen Treppe steht die Kirche Trinità dei Monti, von der aus man über die Piazza di Spgna einen Blick in die Via Condotti hat (Bild 3 unten), eine Einkaufsstraße, in der sich vor allem zahlreiche Designer angesiedelt haben.

Von beeindruckender Größe ist das Denkmal für Vittorio Emanuele II. an der Piazza Venezia. Es wurde zwischen 1885 und 1911 zu Ehren des ersten Königs des vereinten Italien errichtet. Das Bauwerk hat auch zwei Spitznamen und wird als „Hochzeitskuchen“ oder „Schreibmaschine“ bezeichnet. Mit einem Glaslift kann man auf das Dach des Denkmals fahren, von dem aus man einen tollen Ausblick auf die ganze Stadt hat.

Denkmal Vittorio Emanuele II an der Piazza Venezia

Denkmal Vittorio Emanuele II an der Piazza Venezia

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Das Pantheon ist der besterhaltene Tempel Roms. Besonders beeindruckend ist die Kuppel, eine Halbkugel mit einer Höhe und einem Durchmesser von 43,3 Metern. Das Pantheon wurde ursprünglich unter Kaiser Hadrian um 120 n. Chr. als Tempel für die Gesamtheit aller Götter errichtet. Im Mittelalter wurde das Pantheon zu einer Kirche umgestaltet, in der u.a. heute auch das Grab des Raffael zu finden ist.

Das Stadtbild von Rom ist nicht nur von antiken Ruinen, sondern auch von unendlich vielen Kirchen geprägt. Besonders sehenswert ist San Giovanni in Laterano. Die Geschichte dieser ersten christlichen Basilika reicht zurück bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. Der heute zu sehende Innenraum wurde 1646 von Borromini gestaltet. Die Fassade wurde erst im 18. Jahrhundert angefügt. Bis 1309 war der Lateranspalast die offizielle Papstresidenz. Bis 1870 wurden alle Päpste in San Giovanni gekrönt.

Bei den Caracalla-Thermen handelt es sich um eine Badeanlage, wie sie heute wohl Ihresgleichen sucht. Kaiser Caracalla eröffnete diese Einrichtung, die allen römischen Bürgern offen stand 217 n. Chr. Mehr als 1600 Personen boten die Thermen Platz. In diesen gab es nicht nur verschiedene Badebecken mit heißem, lauwarmem und kaltem Wasser – und außerdem ein Freiluftschwimmbecken -, sondern auch Sportmöglichkeiten, Bibliotheken, Kunstgalerien und Gärten. Eingesäumt war das Gelände von Tavernen und Läden.

 

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