Tools zum Gestalten von Word Clouds – Teil 3: Tagul


In den letzten Artikeln dieser Serie hatte ich die Tools Word It Out und Wordle vorgestellt. Nun möchte ich mich dem Tool Tagul zuwenden, das ich vor einiger Zeit schon einmal ganz kurz vorgestellt hatte, als es darum ging, das eigene Profil als Word Cloud zu präsentieren. Auch bei dieser Word Cloud greife ich als Beispielmaterial wieder auf die Auflistung der 20 größten deutschen Buchverlage zurück.

Tagul ArbeitsoberflächeBei Tagul handelt es sich um ein kostenloses, englischsprachiges Programm. Um mit dem Tool zu arbeiten, ist eine kurze Registrierung notwendig. Abgefragt werden ein Username, E-Mail-Adresse und ein Passwort, alternativ kann man sich auch mit einem Account von Google, Facebook, Twitter, flickR, myOpenID oder einigen anderen Diensten anmelden. Nach der Anmeldung kann man sofort beginnen, die erste Word Cloud zu gestalten. Dabei ist die Arbeitsoberfläche übersichtlich gestaltet und zeigt auf einen Blick, was eingegeben werden kann/muss und welche Gestaltungsmöglichkeiten es gibt. Zu Beginn ist der Arbeitsbereich mit Beispielwörtern gefüllt, eine entsprechende Word Cloud wird angezeigt. Mit „Clear all“ können die Musterwörter gelöscht werden.

Oben links kann gleich zum Start ein Name für die Word Cloud eingegeben werden. Darunter befindet sich der Eingabebereich für das Wortmaterial. Hier gibt es drei grundlegende Möglichkeiten, die Wörter einzupflegen: Es kann eine Internetadresse angegeben werden, die ausgelesen wird (Reiter URL), es kann beliebiger Text hineinkopiert werden (Reiter Text) oder es können Wörter in eine Tabelle eingetragen werden (Reiter Table). Die Tabelle erweist sich als sehr praktisches Eingabeinstrument, will man die Begriffe in unterschiedlicher Gewichtung – sprich unterschiedlich groß – darstellen, ohne sie mehrfach aus einem Text auslesen zu lassen. Das gewählte Beispiel mit den 20 Verlagen verdeutlicht dies gut. Der größte Verlag (Springer) soll auch am größten dargestellt werden, der kleinste der Großen (Droemer Knaur) am kleinsten. Hier ist es nun nicht notwendig, die Verlagsnamen mehrfach in das Textfeld einzufügen. Vielmehr trägt man sie in die Tabelle ein (mit „Add tag“) und weist ihnen unter „Weight“ eine entsprechende Gewichtung zu (im Beispiel einfach 20 für ganz groß und 1 für klein). Die Begriffe werden automatisch immer nach der jeweiligen Gewichtung sortiert.

Tagul erster Entwurf einer Word CloudEin erstes Ergebnis kann man sich anzeigen lassen, indem man nun auf „Visualize!“ klickt. Ein großer Vorteil von Tagul gegenüber Word It Out und Wordle wird hier sofort deutlich: Mehrteilige Begriffe werden nicht auseinander gerissen (z.B. wird Random House nicht in die zwei unabhängigen Wörter Random und House aufgeteilt).

Die Tabelle enthält noch drei weitere Spalten und damit drei Möglichkeiten zur individuellen Anpassung jedes einzelnene Begriffes. In der ersten Musterausgabe der Word Cloud erscheinen alle Begriffe in einer von zwei vorausgewählten Farben. Tagul - Anpassung der darstellung der Word CloudMithilfe der Spalte Color kann nun für jeden Begriff individuell eine Farbe festgelegt werden (Klick auf „Random“). Dabei kann die Farbe aus einer Palette ausgewählt oder als Hex-Code direkt eingegeben werden. In der Spalte Angle kann ein Winkel festgelegt werden, in dem der Begriff in der Word Cloud gesetzt werden soll (bislang werden alle Begriffe horizontal, also mit 0° gesetzt). Hier können sowohl positive wie auch negative Zahlenwerte eingetragen werden. Schließlich ist es in der Spalte Font möglich, für jeden Begriff eine eigene Schriftart auszuwählen. Eine erfreulich große Auswahl von 35 Schriftarten steht zur Verfügung. Das Ergebnis kann man sich wieder mit einem Klick auf „Visualize!“ ansehen. Tagul zweiter Entwurf der Word CloudHierbei wird ein paar Mankos schnell bemerken: Die Schriften sind von Natur aus unterschiedlich groß. Infolgedessen ist bei Verwendung von mehreren verschiedenen Schriften der Unterschied in der Gewichtung der Begriffe nicht mehr unbedingt erkennbar. Die angegebene Schriftart wird bei jedem Begriff für alle in der Word Cloud vorkommenden Wörter übernommen. Dies gilt allerdings nicht für Farbe und Winkel. Die beiden letzten Attribute werden jeweils nur beim größten dargestellten Wort umgesetzt.

Tagul - Word Cloud als DreieckBislang haben alle Eingaben und Veränderungen im Hauptmenü Tags source stattgefunden. Doch das Tool kann noch einiges mehr. Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten finden sich unter „Appearance“. Zuerst kann man hier der Word Cloud – die bislang eine unförmige Wolke war – eine Form geben. Es stehen dazu eine Reihe von Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung (Wolke, Herz, Stern, Dreieck, …). Per Klick wird die Form ausgewählt, „Visualize!“ liefert das nächste Zwischenergebnis. Tagul - Bildform vorgeben

Sehr praktisch: Über „Custom“ lässt sich jedes beliebige Bild hochladen und als Formvorlage verwenden. Zu beachten ist dabei, dass die Begriffe nur auf nicht weißen Flächen platziert werden. Die Farben des Ausgangsbildes werden automatisch als Farben für die Begriffe übernommen, so dass das Bild auch in der Darstellung als Word Cloud erkennbar bleibt. Tagul - Word Cloud in Buchform

Wer beim Testen der Einstellungen schon einmal mit der Maus über die Word Cloud gefahren ist, wird festgestellt haben, dass diese sogar animiert ist. Begriffe, die berührt werden, werden automatisch hervorgehoben und – sofern diese schräg stehen – gerade gerückt. Einige Einstellungen zur Animation sind unter dem Menü Colors and Animation möglich.

Mit einem Klick auf „Save changes“ kann man seine Arbeit an der Word Cloud zu jedem beliebigen Punkt speichern und später wieder fortsetzen. Beim neuen Login werden automatisch alle bislang gespeicherten Word Clouds aufgeführt und stehen dort zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung.

Tagul - Word Cloud exportierenSchließlich geht es noch darum, wie man die fertige Word Cloud exportieren und weiter verwenden kann. Dazu bietet das Tool im Menü Grab and Share! verschiedene Möglichkeiten an. Hier ist es möglich die Word Cloud als Bilddatei im PNG- oder SVG-Format zu speichern. Natürlich geht dabei die Animation verloren. Deshalb bietet das Tool auch die Option, die Word Cloud mittels eines vorgegebenen html-Codes direkt in eine Website einzubinden. Will man die Word Cloud zum Beispiel in einem Social Network teilen, ist es auch möglich, nur einen angegebenen Direktlink zu verwenden.

Fazit: Tagul ist ein äußerst leistungsstarkes Tool zum Erstellen von Word Clouds, das unendliche viele Möglichkeiten zur individuellen Anpassung bietet. Es gibt nur wenige Punkte, an denen Verbesserung notwendig erscheint – diese sind zu vernachlässigen, wenn man das Tool mit anderen vergleicht. Äußerst vorteilhaft für die professionalle Verwendung: In die ausgegebenen Bilddateien wird kein Logo oder Wasserzeichen eingebunden. Sehr empfehlenswert!

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Ein Kommentar zu “Tools zum Gestalten von Word Clouds – Teil 3: Tagul

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