So wird Weihnachten gefeiert


Wie unterschiedlich sieht doch das Weihnachtsfest rund um den Globus aus.

Bei uns in Deutschland sausen zur Stunde immer noch ein paar Last-Minute-Shopper durch die Geschäfte und kramen die letzten – mehr oder weniger sinnvollen – Weihnachtsgeschenke zusammen. Dabei sind Bücher das liebste Weihnachtsgeschenk der Deutschen. 62 % legen Familie und Freunden Lesestoff unter den Weihnachtsbaum. Und obwohl diese Geschenke meist eher in der unteren Preiskategorie zu finden sind, geben die Deutschen im Durchschnitt 273,- Euro für Weihnachtsgeschenke aus.

Nicht fehlen darf natürlich der Weihnachtsbaum, unter dem alle Geschenke landen. Dabei stehen in unseren Wohnzimmern keineswegs nur deutsche Tannen oder Fichten. Vielmehr wurden in diesem Jahr rund 2,2 Millionen Weihnachtsbäume importiert, um unseren Stuben den richtigen Glanz zu verleihen. Mehrheitlich kommen die insgesamt rund 30 Millionen Weihnachtsbäume, die in diesem Jahr verkauft wurden, aber dann doch noch aus heimischen Wäldern.

Das Singen gehört ebenfalls zu den bei uns weit verbreiteten Weihnachtstraditionen. Neben den Weihnachts-Popsongs, die man überall im Radio und den Kaufhäusern hört, sind es aber immer noch traditionelle Weihnachtslieder, die die Deutschen gerne singen. Auf Platz 1 liegt da „Stille Nacht“ als liebstes Weihnachtslied der Deutschen, danach folgen „Leise rieselt der Schnee“ und „Fröhliche Weihnacht überall“.

In Russland spielen Weihnachtsgeschenke keine große Rolle. Anders als bei uns wird dort das Weihnachtsfest gemäß dem julianischen Kalender in der russisch-orthodoxen Kirche erst am 7. Januar gefeiert. Viele Traditionen, die bei uns mit den Weihnachtstagen verbunden sind, finden in Russland rund um Silvester herum ihren Platz. Dann kommt Väterchen Frost (ein mächtiger Magier) mit seiner Enkelin Snegurotschka und verteilt Geschenke. Auch die geschmückten Bäume werden zu Silvester aufgestellt. Für die Weihnachtsmesse bringen die Russen viel Zeit mit. Der Haupt-Gottesdienst wird in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau gefeiert. Er beginnt am 6.1. um 23 Uhr und dauert rund drei Stunden. Russische Arbeitnehmer haben zum Jahreswechsel gegenüber deutschen einen großen Vorteil: Es gibt keine Arbeitstage zwischen den Feiertagen. Von Silvester bis Weihnachten (7.1.) gibt es in den meisten Branchen und Unternehmen durchgehenden Betriebsurlaub. Hier kann man sich gänzlich auf das Feiern konzentrieren.

In China ist Weihnachten kein offizieller Feiertag, sondern vielmehr ein Geschäftshit. Weltweit werden in China die meisten Produkte rund um das christliche Fest hergestellt, doch die Dekorationen gibt es dort meist nur in den Einkaufszentren größerer Städte zu sehen. In kleineren Städten sucht man beispielsweise geschmückte Weihnachtsbäume vergeblich. 130 Millionen Christen gibt es nach Schätzungen heute in China, täglich kommen Tausende hinzu. Und das, obwohl die Christen in China nach wie vor verfolgt werden. 2013 landet China noch immer auf Platz 31 der Rangliste der Länder mit Christenverfolgung. Wen wundert es da, dass Weihnachten gerade in kleinen Orten, wo die Übergriffe auf Christen immer noch häufiger stattfinden, eher zurückgezogen in den Familien und Hauskreisen gefeiert wird und wenig davon mit großem Tamtam nach außen dringt. Der offiziellen Devise, dass in ganz China alle Feiertage der verschiedenen Religionen begangen werden können, solange die traditionellen Feiertage dadurch nicht in den Hintergrund gedrängt werden, trauen die chinesischen Christen vermutlich wenig.

Von Besinnlichkeit und Beschaulichkeit bekommt man in den USA rund um Weihnachten nicht viel mit. Viele der us-amerikanischen Traditionen sind bei uns aus Kino und Fernsehen bestens bekannt und schwappen immer mehr über den großen Teich. So hat der Weihnachtsmann, der seinen Ursprung im amerikanischen Santa Claus hat, so manchnerorts Einzug gehalten. Er bringt in den USA die Geschenke in der nacht vom 24. auf den 25. Dezember – und die haben es in sich. Rund 800,- Dollar geben die US-Bürger pro Kopf jährlich für Weihnachtsgeschenke aus. Enorm wirkt sich das Weihnachtsfest auch auf den Stromverbrauch aus. Die Dekoration der Häuser mit unzähligen Lichtern gehört in den USA zur alljährlichen Tradition. Es blinkt und blitzt, wohin man nur sieht und mancherorts kommt es zu wahrem „Lichter-Wettrüsten“. Da wundert es kaum, wenn ein voll beleuchtetes Haus bis zum 500,- Euro Stromkosten in der Stunde verursacht und so manche Familie nach Weihnachten mit der Stromrechnung eine böse Überraschung erlebt. Dabei gibt es im Netz sogar Kalkulationshilfen für den weihnachtlichen Deko-Stromverbrauch.

Eine der wichtigsten Feste ist Weihnachten in Brasilien. Rund 90 % der Bevölkerung sind Christen und so wundert es nicht, dass das Fest im ganzen Land ausgiebig gefeiert wird. Dabei passen einige der typischen Weihnachtsbräuche so gar nicht recht nach Südamerika. Auch dort gibt es beispielsweise Weihnachtsbäume. Doch da Tannen weder heimisch sind, noch in den hochsommerlichen Temperaturen lange ihre Pracht bewahren würden, greift man vielerorts auf Plastikbäume zurück. Außerdem werden auch Mangobäume, Palmen oder Bananenstauden geschmückt. Nicht selten gehört zum Schmuck des Weihnachtsbaumes auch Schnee – dargestellt durch Watte oder auch weiße Farbe. Die Geschenke bringt Papai Noel, der nach typisch amerikanischer Tradition bei 35 Grad im roten Wintergewand schwitzen muss. Sehr beliebt sind in Brasielien deutsche Weihnachtslieder. „O Tannenbaum“ und „Stille Nacht“ sind dort überall bekannt. Daneben gibt es auch einige wenige brasilianische Weihnachtslieder, zum Beispiel „Boas Festas“.

Andere Länder, andere Sitten – und doch das gleiche Fest.

Ich wünsche jedem, dass er diese Weihnachtstage genau so feiern kann, wie ihm / ihr das gut tut, ob nun mit viel Trubel, Familie, Freunden oder eher besinnlich und zurückgezogen.

Ich wünsche allen eine

Frohe Weihnacht!

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