Grafiken gestalten im Netz – Teil 4: Diagramme erstellen mit Infogr.am


Meine Artikelreihe über Online-Tools zur Gestaltung von Diagrammen und Grafiken hat sich bisher mit den Tools Cacoo, Piktochart und Easel.ly beschäftigt. Fortsetzen will ich heute mit der Vorstellung von Infogr.am.

Der Einstieg in das Tool Infogr.am wird einem nicht leicht gemacht. Angeboten wird statt der Regiestrierung auch ein Login mit dem Facebook- oder Twitter-Account. Allerdings wurde mir nach einem Versuch über Twitter lediglich eine leere Seite angezeigt, die nicht mehr als einen Zugriff auf den rudimentären Account gestattet. Eine Nutzung des Tools war nicht möglich. Daher ein paar Schritte zurück und Start mit einer neutralen Registrierung. Hier wird nicht mehr verlangt als ein Benutzername, eine Mail-Adresse und ein Passwort.

Infogr.am startet im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Tools nicht mit der Möglichkeit einer Einführung oder eines Tutorials. Vielmehr wird man nach dem Start vor die Auswahlen „Create“, „Library“ und „Upgrade to Pro“ gestellt. Außerdem erhält man hier auch noch Zugriff auf den eigenen Account. Mehr als die Änderung von Passwort oder Benutzernamen und das Hinzufügen eines Avatars ist an dieser Stelle aber nicht möglich.

Das Tool ist nur auf Englisch verfügbar. Neben der kostenlosen Nutzung gibt es auch eine PRO-Version. Die Einschränkung der kostenlosen Version besteht vor allem darin, dass die erstellte Grafik nur im Netz publiziert, aber nicht als Datei herunter geladen werden kann.

Da in der „Library“ die eigenen Infografiken und Diagramme gespeichert werden, ist diese am Anfang noch leer. Man beginnt folglich mit einem Klick auf „Create“. Im nächsten Schritt erhält man die Auswahl zwischen Infografik und Diagramm. Dabei wird schnell deutlich, dass der Schwerpunkt des Tools eindeutig bei den Diagrammen liegt. Es wird nur eine sehr begrenzte Anzahl von Infografik-Themes angeboten, die sich im Wesentlichen hinsichtlich der Farbgebung unterscheiden. Bei den Diagrammen gibt es immerhin 31 verschiedene Möglichkeiten der Darstellung.

Zum Erstellen einer Infografik wählt man eines der angebotenen Themes aus und wird dann direkt zur Arbeitsoberfläche weitergeleitet. Diese ist sehr übersichtlich angelegt und zeigt auf den ersten Blick noch nicht, welche Möglichkeiten der Gestaltung sich bieten.

Arbeitsoberfläche Infogr.am

Auf der linken Seite gibt es die Optionen zur Startauswahl zurückzukehren oder die Library zu öffnen. Dort werden – ein großer Pluspunkt – die erstellten Infografiken automatisch unter dem Titel, den man ihnen gibt, gespeichert. Am rechten Rand finden sich Schaltflächen zum Einbinden von Diagrammen, Texten, Karten, Bildern und Videos. Neben der Möglichkeit, Videos ins Spiel zu bringen, bietet Infogr.am einige Animationen innerhalb der Infografiken und Diagramme an, die aber nur sichtbar werden, wenn die erstellte Datei nicht exportiert, sondern online mittels Linkeinbindung genutzt wird.

Texteinbindung bei Infogr.amBei der Einbindung der einzelnen Elemente werden meist nur wenig Auswahlmöglichkeiten und keine individuellen Formatierungen angeboten. So stehen im Bereich Text unterschiedliche vorgegebene Absätze zur Verfügung, die aber nicht in der Größe und nur zum Teil in der Farbgebung angepasst werden können.

Dateneingabe bei Infogr.amBei der Einbindung von Diagrammen wird zuerst die Art des Diagramms ausgewählt. Eine Änderung ist nach der Auswahl nicht mehr möglich. Dazu muss das vorhandene Diagramm gelöscht und ein neues eingebunden werden. Will man ein Diagramm löschen, muss man zuerst das Datenmaterial daraus entfernen. Andernfalls reagiert der Löschbutton nicht. Es stehen 31 verschiedene Diagrammstile zur Verfügung. Die Daten können direkt eingegeben oder als Datei hochgeladen werden. Minimale Anpassung ist möglich hinsichtlich der Farbgebung der Diagramme.

Karteneinbindung bei Infogr.amInteressant und recht einfach ist das Einbinden von Karten. Auch hier werden Länder und Werte mittels einer Tabelle eingefügt. Achtung! Unbedingt die englischen Ländernamen verwenden, deutsche Namen werden nicht verstanden und somit nicht dargestellt. Ebenso ist es nicht möglich Städtenamen zu verwenden. Das Tool wählt je nach eingegebenen Ländern selbstständig den nötigen Kartenausschnitt aus einer Weltkarte und färbt die Länder ein. In der fertigen Karte werden die Werte und Ländernamen angezeigt, wenn mit der Maus darauf gezeigt wird.

Das Einbinden von Videos erfolgt einfach über die Eingabe der Webadresse. Dazu muss das Video bei Vimeo oder Youtube zur Verfügung stehen.

Alle Elemente, die eingebunden werden, werden auf voller Seitenbreite untereinander angeordnet. Per drag & drop kann die Reihenfolge beliebig verändert werden.

In den Diagrammen und anderen Elementen vorhandene Animationen sind im Bearbeitungsmodus nicht sichtbar, können aber einfach über die Vorschaufunktion am oberen Rand der Arbeitsoberfläche angezeigt werden.

Die fertig erstellt Grafik kann in der kostenlosen Version des Tools, wie schon angemerkt, nicht als Datei heruntergeladen werden. Möglich ist, die Grafik direkt bei Facebook, Twitter und Pinterest zu veröffentlichen. Außerdem wird ein Link zur Einbettung in einen eigenen Blog oder eine eigene Website angeboten.

Fazit: Das Tool bietet kaum Möglichkeiten, Infografiken individuell anzupassen. Allerdings liegt gerade darin der Vorteil für Nutzer mit wenig Erfahrung in der Gestaltung. Die mit dem Tool erzielten Ergebnisse sind durchaus sehr ansehnlich. Man kann eigentlich nichts verkehrt machen. Stehen die Daten zur Verfügung kann die Infografik innerhalb kürzester Zeit erstellt werden.

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Ein Kommentar zu “Grafiken gestalten im Netz – Teil 4: Diagramme erstellen mit Infogr.am

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