Grafiken gestalten im Netz – Teil 2: Infografiken erstellen mit Piktochart


Im Teil 1 dieser Artikelreihe hatte ich mich mit Cacoo.com beschäftigt, ein Online-Tool zum Erstellen von Diagrammen und Grafiken. Fortsetzen möchte ich nun mit dem Tool Piktochart, mit dem attraktive Infografiken gestaltet werden können.

Wie schon Cacoo kann man auch Piktochart in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Premium-Version nutzen. Die beiden Versionen unterscheiden sich darin, dass statt der mehr als 100 Themes in der kostenlosen Version lediglich sieben Themes eingesetzt werden können. Außerdem wird weniger Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Die Registrierung ist denkbar simpel. Angabe von Nutzername, Mail-Adresse und Passwort reichen aus, alternativ kann man sich auch über Facebook oder Google+ registrieren. Das Tool ist in Englisch gehalten und bietet keine weiteren Sprachversionen an.

Geschichte InfografikPiktochart bietet eine Reihe von Tutorials an, die sich in die Bereiche Introduction, Research, Design und Results gliedern. Allerdings sind die Angebote in den einzelnen Rubriken nur zum Teil wirklich als Tutorials zu verstehen. Sehr unterhaltsam ist das Tutorial „What can infographics be used for?“ das mit einer Art illustrierten Geschichten der Infografik von der Steinzeit bis heute aufwartet. Eine Kürzestanleitung, wie Piktochart funktioniert, findet man unter „How to create an Infographic in 5 minutes„. Allerdings gibt diese eigentlich nur einen sehr groben Überblick über das Tool. Sehr viel ausführlicher ist dagegen das 29-seitige Ebook „Getting Started Piktochart„, das anhand zahlreicher Abbildungen die Funktionen des Tools beschreibt.

Um eine neue Infografik zu entwickeln wählt man eines der vorhandenen Themes aus. Alternativ kann man auch ein eigenes Theme erstellen. Wie auch schon bei Cacoo ist hier zu empfehlen, die ersten Gestaltungsversuche mit einem vorgefertigten Theme zu machen, um sich die Gestaltungsgrundsätze langsam anzueignen.

Menü GrafikenMit der Auswahl des Themes wird der Editor gestartet, in dem das Theme bearbeitet und mit eigenen Daten gefüllt werden kann. Der Editor präsentiert sich erst einmal sehr spartanisch. Der Arbeitsbereich mit dem gefüllten Theme bildet das Zentrum. Am linken Rand findet sich ein Auswahlmenüs, das unter Add weitere Menüpunkte für Bilder, Hintergrund, Textelemente und sogenannte Tools eröffnet, hinter denen sich Diagramme, Videoeinbindung etc. verstecken. Unter Style können verschiedene Farbvarianten für das vorgegebene Theme eingestellt werden. Publish dient der Veröffentlichung und dem Export der fertigen Infografik. Erst mit der Anwahl einzelner Elemente auf dem gefüllten Theme erscheint eine zusätzliche Menüleiste am oberen Fensterrand, die detailliertere Einstellungen (Farbe, Schriftformatierung, Positionierung der Ebenenetc. ) erlaubt.

Ein Nachteil des Tools wird schon recht schnell nach dem Start des Editors sichtbar. Das Theme wird in einer vorgegebenen Größe eingeblendet, passt allerdings nciht in den Arbeitsbereich. Ein Zoom wird nicht angeboten, so dass nur Scrollen hilft. Der Previewmode blendet zwar die Menüleisten aus, je nach größe der Grafik muss allerdings immer noch gescrollt werden.

Grafiken können einfach per drag & drop aus dem seitlichen Menü auf der Arbeitsfläche platziert werden. Es werden zwar eine ganz Reihe an Grafiken angeboten, allerdings sind diese zum Teil nicht besonders ansprechend. positiv zu vermerken ist, dass eigenes Bildmaterial per Upload hinzugefügt werden kann. Die Größe der Grafiken kann mittels Ziehen an den Eckpunkten angepasst werden.  Dabei ist zu beachten, dass die Bilder nicht verzerrt werden, da diese ihre Größe nicht proportional ändern. Am Anfasserpunkt oberhalb des Bildrahmens können die Bilder frei gedreht werden. Schwarze Grafiken lassen sich darüber hinaus umfärben. Dazu können Farbwerte eingegeben oder die Farbpalette genutzt werden. Interessant ist die nur selten zu findende Option, bei den einzelnen Elementen den Grad der Transparenz mittels eines Schiebereglers zu verändern.

Fängt man mit der Texterstellung und Bearbeitung an, stößt man schnell auf einen weiteren Nachteil von Piktochart. Innerhalb eines Textkastens wirken sich alle Änderungen immer auf den kompletten Inhalt aus. Es ist also nicht möglich, einzelne Wörter zu fetten, in einer anderen oder größeren Schrift zu setzen etc. Für solche Änderungen muss jeweils ein eigener Textkasten eingesetzt werden.

Erstellung DiagrammeKomfortabel ist dagegen die Eingabe von Daten für Diagramme. Diese können direkt in ein entsprechendes Tabellengitter eingegeben werden, das dann in die Grafik umgesetzt wird. Möglich ist aber auch der Upload der Daten in einer CSV-Datei. Die Auswahl an unterschiedlichen Diagrammstilen ist groß. Farben können darüber hinaus angepasst und über die Farbpalette oder Eingabe von Farbwerten ausgewählt werden.

Es empfiehlt sich, zusammengehörende Teile der Infografik zu verknüpfen und, sobald diese fertig gestellt sind, mit dem Schloss abzusperren. Damit ist unterbunden, dass Teile der Infografik versehentlich verschoben werden.

Die rechte untere Ecke der Infografik sollte in der kostenlosen Version bewusst frei gehalten werden. Bei Ausgabe der Daten wird dort das Logo von Piktochart platziert. Leider sieht man dies erst, wenn die Grafik gerendert wird. Es ist also ratsam, die erstellte Grafik noch einmal zu kontrollieren, bevor diese verwendet wird, um sicher zu stellen, dass das Logo keine Informationen überdeckt.

Die fertig gestellte Infografik kann per Klick einfach und schnell bei Facebook, Google+, Twitter oder Pinterest gepostet werden. Alternativ ist es auch möglich sich einen Link ausgeben zu lassen, der in die eigene Website, in den Blog oder andere Plattformen eingebunden werden kann. Wer die Grafik als Datei verfügbar haben will, kann diese als JPG oder PNG ausgeben lassen. dabei ist die Auswahl unterschiedlicher Größen möglich. Die Formate DIN A3 und DIN A2 sind allerdings nur in der Premuim-Version wählbar.

Fazit: Die Ergebnisse, die mit Piktochart erreicht werden können, sind durchaus ansehnlich. Allerdings ist das Tool an einigen Stellen wenig benutzerfreundlich. Der Werbespruch, dass man in fünf Minuten zu einer tollen Infografik kommt, ist stark übertrieben. Ein bis zwei Stunden sollte man für eine gute Infografik auf jeden Fall einplanen.

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3 Kommentare zu “Grafiken gestalten im Netz – Teil 2: Infografiken erstellen mit Piktochart

  1. Pingback: Grafiken gestalten im Netz – Teil 3: Infografiken erstellen mit Easel.ly | TextspielNet

  2. Pingback: Grafiken gestalten im Netz – Teil 4: Diagramme erstellen mit Infogr.am | TextspielNet

  3. Pingback: Grafiken gestalten im Netz – Teil 5: Timelines erstellen mit Dipity | TextspielNet

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